Feingold

Feingold

Gold ist ein chemisches Element und Edelmetall, das in Gestein vorkommt und durch Erosion auf natürliche Weise aus Gestein gelöst werden kann. Doch um es in seiner reinsten Form, dem sogenannten Feingold, zu erhalten, ist eine aufwändige Bearbeitung notwendig. Feingold lässt sich aus Fundgold bzw. aus verarbeiteten goldhaltigen Produkten (z. B. Goldschmuck, Goldplatinen, Dentalgold) gewinnen.

Feingold gewinnen ist ein aufwändiges Verfahren

Auf dem gesamten Planeten kommt Gold als natürliches Mineral vor. Doch heute ist die Goldgewinnung bei Weitem nicht mehr so einfach, als noch zu Zeiten des berühmten kalifornischen Goldrauschs, der sich zwischen 1848 und 1854 zutrug. Seinerzeit konnten Goldnuggets einfach vom Boden aufgesammelt bzw. mit nur wenig Aufwand aus den Uferregionen von Flüssen gewonnen werden. Nachdem das oberirdisch freiliegende Gold eingesammelt wurde, sind umfangreiche Bemühungen für die Goldgewinnung notwendig. Gold ist inzwischen hauptsächlich nur noch in Form von Gesteinseinschlüssen gewinnbar. Um nur 4 Gramm Gold zu gewinnen, müssen etwa 1000 Tonnen Gestein bearbeitet werden. Dazu ist ein aufwendiges Prozedere erforderlich, um das pure Feingold aus dem Gestein zu lösen.

Zur Gewinnung von Feingold kommen diverse Chemikalien zum Einsatz

Feingold-Gewinnung zur Schmuckherstellung
Feingold-Gewinnung zur Schmuckherstellung

Um Feingold aus Gestein zu lösen, werden verschiedene chemische Verfahren angewandt. Dazu gehören das Amalgamverfahren sowie Cyanidlaugung, das Boraxverfahren und das Anodenschlammverfahren. Bei allen Verfahren gilt es, Gold von anderen Substanzen zu trennen.

Beim Amalgamverfahren macht man sich die unterschiedlichen Schmelzpunkte und Materialdichten der verschiedenen Elemente zu Nutzen. Quecksilber verdampft, zurück bleibt reines Rohgold ohne jegliche Einschlüsse weiterer chemischer Elemente. Bei der Cyanidlaugung wird Gold von anderen Elementen getrennt und über das Sickerwasser isoliert.

Anders, als bei den beiden zuvor beschriebenen Gewinnungsverfahren, stellt das Boraxverfahren ein umweltfreundliches Verfahren dar, um Gold von anderen Begleitstoffen zu trennen und Feingold mit größtmöglicher Reinheit zu erhalten. Beim Anodenschlammverfahren wird Gold als Nebenprodukt während der Raffination anderer Metalle gewonnen.

Bereits verwendetes Gold wird recycelt. Eine lukrative Quelle für für recyclingfähiges Gold sind beispielsweise die Klärschlämme der Kommunen. Das Edelmetall gelangt zum Beispiel als Abrieb von Dentalgold oder als verlorener Schmuck in die Klärschlämme und kann daraus isoliert werden. Ebenso wird das kostbare Edelmetall aus Elektronikschrott rückgewonnen, recycelt, in Scheideanstalten zu Feingold aufbereitet und dann als Rohstoff wieder in den Handel gebracht.

Feingehalt & Karat: Angaben über die Reinheit des Goldes

Die Reinheit von Gold wird entweder in sogenannten Feinteilen oder im Wert Karat angegeben. Feingold enthält von 1000 Teilen 1000 bzw. 999 Feinteile, weshalb es als Gold 999 ausgewiesen wird. Wird Feingold mit anderen Metallen legiert, reduziert sich dementsprechend die Anzahl der Feinteile.

Grundsätzlich können Legierungen in jeder Zusammensetzung vorgenommen werden. Geläufig sind jedoch diese Goldlegierungen:

Es sind also jeweils 750, 585 oder 333 Teile Feingold enthalten; die übrigen Teile pro Tausend Teile bestehen aus anderen Materialien). Neben diesen, in Deutschland gebräuchlichen Goldlegierungen sind in anderen Ländern weitere Legierungen gebräuchlich. Die Wertangabe Karat beziffert das Gewicht des reinen Goldes im Vergleich mit der Gesamtmasse der Goldlegierung.

Ein Karat entspricht 1/24 (4,167 %) des Gesamtgewichts. Der Wert 24 Karat bezeichnet demnach Feingold. Gold 750 entspricht 18 Karat, Gold 585 wird als 14-karätiges Gold deklariert. Gold 333 hat 8 Karat. Die Maßeinheit Karat wird als ‘kt’ oder ‘C’ abgekürzt. Neben diesen gebräuchlichen Feingehalten sind auch weitere möglich.

Produkte aus Feingold – und die Grenzen dieses Rohstoffs

Unter allen Goldarten stellt Feingold die purste und somit auch wertvollste Variante des Edelmetalls dar. Jedoch ist pures Gold ein relativ weiches und leicht verformbares Material, das für viele Verwendungszwecke keine optimalen Materialeigenschaften aufweist.

Wertvolle Goldbarren und Goldmünzen werden aus reinem Gold hergestellt, wobei diese Goldprodukte meist keine Gebrauchsgegenstände darstellen. Münzen und Barren aus Feingold werden hauptsächlich als reine Sammlergegenstände betrachtet und deshalb im wahrsten Sinne des Wortes mit Samthandschuhen angefasst – bzw. bleiben in Gänze von Menschenhand unberührt. Die wertvollen Sammelobjekte werden z. B. in Münzkapseln, Tubes oder in Blisterverpackungen vor Fingerabdrücken, Kratzern und sonstigen Beschädigungen geschützt aufbewahrt. Insofern spielen Materialeigenschaften wie Härte und Kratzbeständigkeit bei diesen Feingoldprodukten keine Rolle – die Reinheit und der Wert des Goldes stehen im Vordergrund.

Anders verhält es sich bei Schmuck, Zahngold, Uhrengehäusen und weiteren Gebrauchsgütern aus Gold. Hier ist zwingend eine hohe Härte erforderlich, um die Lebensdauer des jeweiligen Produkts drastisch zu erhöhen. Deswegen werden zu deren Herstellung dem Feingold verschiedene weitere Materialien wie Silber und Kupfer beigefügt.

Nur selten kommt bei der Schmuckherstellung das reine Feingold zum Einsatz. Wer sich den Luxus puren Goldschmucks leisten will, kann sich bei einem Goldschmied das gewünschte Schmuckstück aus Feingold herstellen lassen.

Ein typisches Einsatzgebiet von Feingold ist die Industrie. Gold besitzt eine hohe Leitfähigkeit für Strom, ist säurebeständig und korrodiert nicht. Zudem lässt sich das weiche Edelmetall gut verarbeiten. Es verfügt über eine hohe Dehnbarkeit. Deshalb werden z. B. elektronische Bauteile mit einer dünnen Goldschicht überzogen, um eine bestmögliche und störungsfreie Leitfähigkeit sicherzustellen. Die goldverarbeitende Industrie kann entweder gängige Legierungen (z. B. Dentallegierungen) über den Fachhandel beziehen oder Feingold kaufen, um diesem durch Hinzufügen verschiedener Materialien benötigte Materialeigenschaften zuzuweisen. Viele Industriebetrieben verändern durch Legierungen Gold selbst, da die Edelmetalleigenschaften häufig in individueller Qualität benötigt werden.