Gold 999 – Wissenswertes über Feingold

Die Bezeichnung Gold 999 oder 999er Gold ist eine Möglichkeit, die Reinheit des Goldes anzugeben und mit Hilfe dieser Angabe den Wert einer bestimmten Menge Gold zu ermitteln. In diesem Beitrag erklären wir, was die Zahl 999 im Zusammenhang mit Gold bedeutet und warum diese Zahl beim Goldankauf und Goldverkauf eine wichtige Rolle spielt. Außerdem haben wir weitere spannende Informationen über Feingold für Sie zusammengefasst.

Reinheit und Gewicht bestimmen den Goldwert

Gold ist ein Naturprodukt und weist bei der Goldgewinnung selten einen hohen Reinheitswert auf. Das Edelmetall kommt hauptsächlich in Gestein vor. Beim Abbau von Gestein müssen kleinste Goldpartikel (Goldflitter) mühsam aus dem Gestein herausgelöst werden und bereits durch Erosion ausgeschwemmte Goldnuggets enthalten Einschlüsse von Mineralien und anderen Metallen. Es ist somit beinahe unmöglich pures Gold abzubauen oder zu finden. Dies erhält man erst, wenn alle anderen Stoffe aus dem unreinen Gold entfernt wurden.

Naturbelassene Goldnuggets weisen meist ein Gewicht von 20,5 bis 22 Karat auf. Das entspricht einem Goldanteil von circa 83 bis 92 Prozent. Der Rest setzt sich aus weitaus weniger wertvollen Materialien (z. B. Kupfer, Silber) zusammen. Beim Goldabbau sowie bei Waschgold und Nuggets lässt sich mit bloßem Auge nicht erkennen, in welchem Verhältnis Gold und minderwertigere Einschlüsse sich zusammensetzen. Um das Edelmetall handeln zu können, wird es deshalb in der Scheideanstalt industriell aufbereitet und in eine standarisierte und handelsfähige Güte gebracht. Das Resultat: 999er Gold – das sogenannte Feingold. Frei von signifikanten wertmindernden Einschlüssen.

Was bedeutet bei Gold 999 die Zahl 999?

Feingold ist die wertvollste Goldart. Allerdings ist das Edelmetall in dieser hohen Reinheit nur bedingt für die Weiterverarbeitung geeignet. Feingold ist ein überaus weiches, und somit auch anfälliges Material. Es lässt sich ohne immensen Kraftaufwand verformen und es ist sehr anfällig gegen Kratzer. Aus diesem Grund werden Schmuckstücke und Gebrauchsgegenstände nur selten aus Gold 999 hergestellt. Um dem kostbaren Edelmetall mehr Härte zuzuweisen, wird das Metall mit anderen Edelmetallen wie Silber, Platin, Palladium, Iridium und Rhodium legiert. Als Legieren bezeichnet man das Hinzufügen bestimmter Metalle, um gewünschte Eigenschaften zu erreichen.

Doch die Legierung wirkt sich auf den Materialwert aus – denn legierte Goldprodukte bestehen nicht mehr ausschließlich aus Gold. Somit wird abermals eine Lösung benötigt, um legierte Goldprodukte nach einem standarisierten Verfahren kennzeichnen zu können.

Hierfür werden zwei Maße verwendet:

  • Karat
  • Feinteile

Das Maß Karat (kt) bezieht sich auf den Gewichtsanteil von Gold und Legierungsmetallen – gemessen in Promille (Tausendstel). Bei Gold 999 beträgt das reine Goldgewicht 999 Promille (von insgesamt 1000). Bei der Angabe von Feinteilen (auch Tausendteile genannt) weist das Goldprodukt von jeweils 1000 Teilen einen Feinteilgehalt von 999 Teilen auf.

Pures Gold kann somit sowohl als Gold 24 kt, wie auch als Gold 999 ausgezeichnet werden.

Darüber hinaus sind Begriffe wie

  • Fine Gold
  • Finegold
  • Pure Gold
  • Chuck Kam

und Feingold geläufig – sie bezeichnen allesamt Gold in seiner reinsten Form. Selten trifft man auch auf die Bezeichnungen .9999 oder 1000. Beide Varianten werden dazu verwendet, um eine 100%-ige Reinheit zu testieren, die jedoch aus technischen Gründen kaum erreicht werden kann. Faktisch ist es nicht möglich, eine absolute Reinheit von 1000 zu erreichen, weshalb die Prägung bzw. die Stempelpunze hauptsächlich in der Variante 999 erfolgt.

Gibt es Goldprodukte aus Gold 999?

Eine der häufigsten Handelsformen von 999er Gold sind Goldbarren, die als besonders schön gestaltete Barren für Sammler erhältlich sind, aber auch in weniger attraktiver Barrenform. Letztere findet beispielsweise als nüchternen Kapitalanlage ohne Prägezuschlag oder für die Weiterverarbeitung z. B. in der Industrie oder von Goldschmieden Verwendung.

Scheideanstalten bieten zudem nach der Rückgewinnung handelsfähiges 24-karätiges Feingold in verschiedenen Ausführungen an. Dazu gehören beispielsweise diese Goldprodukte:

  • Golddrähte
  • Goldflitter
  • Goldbleche
  • Goldbänder
  • Goldgranulat

Ein weiteres und in Sammlerkreisen sowie bei Kapitalanlegern beliebtes Goldprodukt aus Gold 999 ist die Goldmünze. Zu den bekanntesten Anlagegoldmünzen zählen unter anderem American Eagle, American Buffalo, Canadian Maple Leaf, Wiener Philharmoniker sowie die chinesische Yuan-Münze mit Panda als Motiv. Auch Deutschland verausgabt jährlich Goldmünzen aus Feingold. Der bekannte Krugerrand gehört mit einem Goldgehalt von 91,67 % nicht dazu.

Nicht nur Münzen aus Gold 999 sind erhältlich, sondern auch Medaillen. Zwar ähneln sich beide Produkte optisch. Jedoch liegt der Unterschied darin, dass es sich bei Goldmünzen um gesetzliche Zahlungsmittel mit geprägtem Wert (Währung, gesetzliches Zahlungsmittel) handelt. Ein Beispiel: Deutsche 100 Euro Münze. Der physische Wert der Goldmünze liegt je nach Goldkurs und Sammelcharakter etwa in einem Bereich von 550 bis 700 Euro. Würde man die deutsche Goldmünze mit einem Gewicht einer halben Unze Feingold zum Bezahlen im Geschäft verwenden, entspräche ihr Wert lediglich dem geprägten Nominalwert von 100 Euro.

Fiele der Goldpreis jedoch drastisch, sodass der Materialwert unter 100 Euro ginge, behielte diese Münze trotzdem als Zahlungsmittel den Tauschwert von 100 Euro. Goldmedaillen haben keinen geprägten Nominalwert und sind daher kein gesetzliches Zahlungsmittel. Ihr Werts “beschränkt” sich auf Materialwert und emotionalen Wert (z. B. Goldmedaille Olympische Spiele).

Schmuck aus 999er Gold wird indes kaum angeboten, wenngleich jeder Goldliebhaber von einem derart edlen Schmuckstück überaus angetan wäre. Doch aufgrund der Weichheit puren Goldes verzichten sogar Schmuckträger auf Schmuckstücke aus Feingold.

Gold 999 bestimmt Preis bei Goldankauf und Goldverkauf

Wenn Sie Gold kaufen oder Gold verkaufen, wird der Preis anhand des Feinteilgehalts ermittelt. 333er, 585er, 750er weisen in dieser Reihenfolge einen aufsteigenden Goldgehalt auf. Beim Goldfixing, der zweimal täglichen Festlegung des Goldpreises, wird sich stets auf eine Unze Feingold bezogen. Somit wird lediglich der Preis für Gold mit einem Feintteilgehalt von 999 bzw. 24 Karat festgelegt. Beim Ankauf und Verkauf des Edelmetalls mit einem geringeren Feingoldgehalt wird zur Wertermittlung der tagesaktuelle Preis für Gold 999 zugrunde gelegt.

Beispiel: Der reine Materialwert einer Unze 333er Gold wird mit 33,3 % des Goldpreises für Feingold berechnet.